Kürzungen in der Jugendhilfe stehen in keinem Verhältnis zum Bedarf
Seit Jahren stellt der Landesverband Kinder- und Jugenderholungszentren Sachsen e.V. einen stabilen Bedarf bei Kindern, Jugendlichen und natürlich auch bei deren Eltern nach pädagogisch geführten Freizeiten in den Ferien fest. Allein in den letzten Sommerferien verbrachten mehr als 10.600 Teilnehmer erholsame und frohe Ferientage in den sächsischen Kinder- und Jugenderholungszentren. Neben vielen Partnern, Vereinen und Organisationen nahmen 1937 Kinder und Jugendliche an unseren eigenen Ferienlagern und Spezicamps teil. Das war Teilnehmerrekord!
Die Teilnahmemöglichkeiten an Ferienlagern und Spezicamps für alle Kinder- und Jugendlichen, auch und besonders aus ländlichen und strukturschwachen Räumen, geraten durch die beabsichtigten Kürzungen im Jugendetat des Freistaates in Gefahr! In Kooperation mit vielen kommunalen und landesweiten Trägern der Jugendhilfe in Sachsen werden seit 1991 Kinder- und Jugenderholungsmaßnahmen sowie Spezicamps angeboten. Diese Angebote sollen auch dazu beitragen, die festgeschriebenen Bildungsziele der überörtlichen Jugendhilfeplanung des Freistaates Sachsen umzusetzen. Dabei stehen inhaltlich besonders Angebote zur Bewegung und gesunden Lebensweise sowie zur Natur- und Erlebnispädagogik im Focus. Diese Angebote sind ein anerkanntes Praxisfeld der Kinder- und Jugendhilfe und bedürfen auch weiterhin einer bedarfsgerechten Förderung. Sie ermöglichen soziales Lernen, tragen zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bei und stehen damit auch unter öffentlicher Verantwortung. Der pädagogischen Bedeutung von Kinder- und Jugenderholungsmaßnahmen gilt es in den nächsten Jahren mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Darauf geht auch besonders der 3. Sächsische Kinder- und Jugendbericht ein. Die Nachfrage an bezahlbaren, qualitativ hochwertigen Ferienfreizeiten und dabei die Ermöglichung der Teilnahme für Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsschichten, auch aus benachteiligten Familien, wird weiter zunehmen. Kürzungen im Jugendbereich, ob bei der Jugendpauschale oder bei den landesweiten Verbänden und Projekten tragen nicht dazu bei, diesem dringenden Bedarf gerecht zu werden.
Do, 18 Feb 2010 09:50 Uhr



